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Helle Räume (2025)

Text von Ursula Badrutt:

„Wesen in Kammern. Das Licht ist an. Die Situation erinnert an eine Puppenstube. Oder einen Wohnungsplan, eine Dreizimmerwohnung, künstlerisch belebt statt architektonisch ausformuliert. Tatsächlich beschäftigt Luisa Zürcher gerade, mit wem sie ihre Vierzimmer-Wohngemeinschaft teilen, und wie sie zur passenden Person finden könnte. Es sei ringhörig, die Zimmer eher klein. «Helle Räume» lockt an. Die Wesen haben lange Glieder, und um uns ihnen zu nähern, müssen wir den labyrinthischen Bewegungen folgen. Dann entwickeln sich allmählich Positionen, Konstellationen, Geschichten. Es gibt keine Vorgaben, keinen Text. Die Betrachtenden sind eingeladen zu fantasieren. Hat die Figur oben links gerade einen Rauswurf hinter sich, eine Trennung? Oder spitzt sie einfach ihre Ohren, um in die Nachbarskammer zu lauschen? Was tut die Kopfüberfigur in der rechten, schmalen Kammer? Ein Fingerzeig zum Nachbarwesen? Eine Vaginaluntersuchung, Selbstbefriedigung? Haben die beiden im quadratischen Raum zueinander gefunden, sich wieder versöhnt oder noch in Harmonie. Sind es Mutter und Tochter? WG-Gespänli? Sind die drei Felder ein nicht linearer Comicstrip? Alles ist möglich. Längst hat uns die Künstlerin und Animationsfilmerin in ihre Arbeit involviert, unsere Fabulierlust animiert, die eigenen Erfahrungen schwingen dabei mit.“

Das Kunstblatt (A2) erscheint jeweils in der Mitte des

Saiten Kulturmagazins. 

© 2026 Luisa Zürcher

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